Four Paws  
 
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AltGestopft, gerupft, gemästet

Rund 250.000 Gänse werden pro Jahr in Österreich verspeist, die konventionellen Haltungsbedingungen dieser Tiere sind katastrophal. Über 90 Prozent dieser Gänse werden aus dem Ausland (vor allem aus Ungarn, Frankreich, Polen und Bulgarien) importiert - von kleinbäuerlichen Betrieben mit artgemäßer Tierhaltung keine Spur.

Martinigansl: Hochgemästet in nur 10 Wochen

AltEine Viertel Million Gänse landen rund um Martini auf Österreichs Tellern. Das heimische "Martinigansl"-Angebot kann mit der Nachfrage nicht mithalten. 9 von 10 Gänsen kommen aus Ländern mit extrem niedrigen Tierschutzstandards, meist aus Ungarn, Polen oder Bulgarien. Auf diesen Mastfarmen werden die Tiere unter grausamen Bedingungen in nur 10 Wochen gemästet.

Eine Freilandgans braucht mindestens 20 Wochen, um das so genannte "ideale Schlachtgewicht" zu erreichen. Eine Zeitdauer, die sich Mastbetriebe nicht leisten wollen. Die Devise lautet: Zeit ist Geld. Innerhalb von 10 Wochen werden die Gänse in den Mastfarmen mittels konzentriertem Mastfutter auf ihrSchlachtgewicht gebracht.

Um den Mastvorgang zusätzlichen zu beschleunigen und die Gänse zu verstärkter Nahrungsaufnahme zu animieren, wird den Tieren durch künstliche Beleuchtung ein unnatürlicher Tagesrhythmus vorgegaukelt. Zusätzlich verschärft wird das Leiden der Gänse durch die schlechten Lebensbedingungenin den Mastanlagen. Jedes Tier hat nur einen halben Quadratmeter Platz. Das entspricht in etwa einer Seite einer großformatigen Tageszeitung. Außerdem wird den Gänsen keine Badegelegenheit gegeben. All diese Faktoren schlagen sich auch negativ auf die Fleischqualität der Gänse nieder - ein Qualitätsverlust, der letztendlich zu Lasten der Konsumenten geht.

Stopfleber: Ein krankes Organ

Das Stopfen von Gänsen zählt zu einer der grausamsten Methoden, um eine scheinbare Delikatesse herzustellen. Den Tieren wird täglich zwei bis drei Mal ein 50 Zentimeter langes Metallrohr durch den Schlund direkt in den Magen eingeführt. Zerrissene Speiseröhren stehen an der Tagesordnung. Bei falscher Dosierung der Futtermenge kann der Magen des Tieres platzen und zum Tod führen. In der Hektik der Massenabfertigung wird auch immer wieder die Luftröhre mit der Speiseröhre verwechselt. Etwa vier Wochen lang bekommen die Gänse auf diese brutale Art und Weise ein Kilogramm Maisbrei aufgezwungen. Manchmal wird mit einer Druckluftpumpe nachgeholfen. Durch die Zwangsfütterung schwillt die Leber der Gans auf das 10fache an und wiegt bei der so genannten "Leberernte" bis zu einem Kilogramm! Leber-Erkrankungen, inneren Blutungen oder Herz- und Nierenversagen sind die Folge.

Was Sie tun können

 

  • Kaufen Sie keine Gänse- oder Entenstopfleber! Es gibt keine Alternativprodukte zur Stopfleber, die aus artgemäßer Tierhaltung stammen.
  • Melden Sie uns Restaurants, die Stopfleber anbieten! Lassen Sie die Geschäftsführung dieser Restaurants wissen, dass Tierquälerei auf den Speisekarten nichts verloren hat.
  • Wenn Sie partout nicht auf Ihr Martinigansl verzichten wollen, informieren Sie sich in unserer Infobroschüre "Martinigansl & Daunen" über Anbieter von Bio-Gänsen: Broschüre bestellen oder hier herunterladen.

Gänsedaunen

Daunenfedern schützen Wassergeflügel vor Kälte und sind dabei sprichwörtlich federleicht. Genau diese Eigenschaftenmachen wir Menschen uns zu Nutze, meist in Form von Steppdecken oder Winterjacken. Daunen werden entweder im Lebendrupf oderim Schlachtrupf (auch Maschinenrupf genannt) gewonnen. Lebendrupf ist reine Akkordarbeit, und wo pro gerupfter Gans bezahlt wird, bleibtkeine Zeit für Gefühl und Vorsicht. In der Hektik werden die Daunen meist gemeinsam mit den Federn ausgerissen. Die Federn sind allerdings sehr fest in der Haut verankert. Der Schmerz ist vergleichbar mit jenem, der beim Menschen durch das Herausreißen ganzer Haarbüschel verursacht wird. OffeneFleischwunden oder gar gebrochene Beine und Flügel stehen am Ende der Prozedur.

Alternativen zu Daunen

Für Daunenprodukte gibt es bis dato kein Gütesiegel, das klarstellt, wie die Daunen gewonnen wurden. Beim Kauf von Daunengefüllten Decken, Kissen oder Anoraks können wir Konsumenten nicht mit 100%iger Sicherheit erkennen, ob sich dahinter der brutale Lebendrupf verbirgt.

Gibt es grünes Licht, wenn die Produkte mit "Schlachtrupf" oder "Maschinenrupf" gekennzeichnet sind? Leider nein, denn hinter diesen Begriffen verbirgt sich oft schlicht und einfach der letzte Rupf des Tieres, nachdem es zu Lebzeiten bereits drei bis vier Mal gequält worden war. Wir empfehlen daher allen kritischen Konsumenten, generell auf Daunen zu verzichten, und auf Alternativprodukte - von Baumwolle, Leinen bis hin zu Kunstfasern wie Fleece zurückzugreifen.



Dokumente:
--> Stopfmast - Martinigansl und Foie Gras
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